Weitere Stolpersteine geplant

Gedenkveranstaltung für Opfer des Nationalsozialismus

Blomberg. Am Morgen hatte der Künstler Gunter Demnig fünf Stolpersteine im Kurzen Steinweg und in der Neuen Torstraße an den letzten frei gewählten Wohnorten von jüdischen Mitbürgern verlegt, die vom nationalsozialistischen Terror vertrieben bzw. ermordet worden waren. Am Abend hatten Stadt und Kirchen zu einer Gedenkfeier in Erinnerung an unsere Blomberger Mitbürger, Familie Königheim und Emma Lipper, unter dem Motto „Informieren – Gedenken – Erinnern“ in das Rathaus geladen.

Das Interesse der Blomberger am Thema war groß und so war der Rathaussaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung durch das Duo Diaspora. Stadtarchivar Dieter Zoremba gab einen Einblick in die Geschichte jüdischen Lebens in Blomberg von seinen Anfängen im 16. Jahrhundert bis in das Jahr 1940, in dem Blomberg von den Nationalsozialisten voller Stolz als „judenfrei“ erklärt wurde.

Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger lebten in der Vergangenheit aber nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den umliegenden Dörfern. Dr. Ernst zur Lippe informierte über die Geschichte jüdischer Familien in Cappel und Kleinenmarpe, die ebenfalls Opfer der Nationalsozialismus wurden.

Auch für diese Menschen sollen zukünftig Stolpersteine an ihren letzten freigewählten Wohnorten verlegt werden.

Die Klasse 10a des Hermann-Vöchting-Gymnasiums hatte sich im Geschichtsunterricht im Rahmen eines Projekts mit den Schicksalen einiger Blomberger beschäftigt, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden waren. Einige Schülerinnen und Schüler berichteten über die Lebensläufe und Schicksale dieser Menschen.

Gerne wären Königheims bei der Stolpersteinverlegung wie auch der Gedenkfeier anwesend gewesen. Für den Flug nach Deutschland hatte die Ev. ref. Kirche zur Spende aufgerufen und die Blomberger SPD bereits 250 € Spendengelder gesammelt. Die kriegerischen Auseindersetzungen in Israel ließ die Reise der Familie jedoch zur Zeit leider nicht zu. Grüße übermittelte die Familie in einem Brief, den Marcus Pansegrau, SPD-Ratsherr und Vertreter des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, zum Ende der Veranstaltung verlas.

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